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Nanosekunde (ns)

Die Nanosekunde ist ein Milliardstel einer Sekunde und die grundlegende Zeitskala des modernen Computings. Ein Prozessor, der mit 3 GHz läuft, schließt alle 0,33 Nanosekunden einen Taktzyklus ab. RAM-Speicher liefert Daten in 10 bis 100 Nanosekunden. In einer Nanosekunde legt Licht etwa 30 Zentimeter zurück, ungefähr die Länge eines Lineals. Diese Tatsache wurde berühmt von der Computer-Pionierin Grace Hopper veranschaulicht, die kurze Drahtstücke an das Publikum verteilte, um zu zeigen, wie eine Nanosekunde Lichtkommunikation physisch aussieht.

Definition

Eine Nanosekunde entspricht 0,000000001 Sekunden oder 10⁻⁹ Sekunden. Sie entspricht 1.000 Pikosekunden. Eine Mikrosekunde enthält genau 1.000 Nanosekunden. Eine Sekunde enthält genau 1.000.000.000 Nanosekunden.

Geschichte

Die Nanosekunde trat mit der Entwicklung transistorbasierter Computer Ende der 1950er Jahre in den praktischen Gebrauch. Frühe Röhrenrechner arbeiteten im Mikrosekundenbereich, aber Transistoren waren wesentlich schneller, und Ingenieure brauchten eine kleinere Einheit zur Beschreibung ihrer Zeitcharakteristika. Die ersten transistorisierten Mainframe-Computer der frühen 1960er Jahre hatten Zykluszeiten im Bereich von Hunderten von Nanosekunden. Grace Hopper, eine Pionierin der Computerprogrammierung, popularisierte die Nanosekunde in öffentlichen Vorträgen in den 1970er und 1980er Jahren.

Häufige Verwendungen

Moderne Computerprozessoren verwenden Nanosekunden als ihre natürliche Betriebseinheit. Eine CPU bei 3 GHz hat eine Taktperiode von etwa 0,33 ns. DDR4-RAM hat typische Zugriffslatenzen von 13 bis 18 Nanosekunden. Ethernet-Netzwerkkabel übertragen Daten mit etwa 0,64 Nanosekunden pro Zentimeter Kabellänge. In der Teilchenphysik müssen Detektoren an Collidern wie dem CERN die Zeit von Teilchenkollisionsereignissen mit Nanosekunden- oder besserer Präzision aufzeichnen.

Wussten Sie? Fakten über Nanosekunde

  • Grace Hopper verteilte berühmt 30-Zentimeter-Drahtstücke, um eine Nanosekunde Signalreisezeit zu veranschaulichen. Sie nannte diese 'Nanosekunden' und nutzte sie, um zu argumentieren, dass niemand jemals eine Nanosekunde durch das Senden unnötiger Daten über lange Kabel verschwenden sollte.
  • Ein moderner Intel- oder AMD-Prozessor, der mit 4 GHz arbeitet, schließt vier Milliarden Taktzyklen pro Sekunde ab, was bedeutet, dass jeder Zyklus 0,25 Nanosekunden dauert. In der Zeit, die Sie zum Blinzeln brauchen, schließt der Prozessor etwa 600 Millionen Zyklen ab.
  • Licht, das durch optische Glasfaser reist, bewegt sich etwas langsamer als im Vakuum, mit etwa 20 Zentimetern pro Nanosekunde. Hochfrequenzhandelsfirmen zahlen enorme Summen für die Co-Lokalisierung von Servern in Rechenzentren nahe Börsen, weil sogar wenige Nanosekunden Kabelverzögerung den Unterschied zwischen Gewinn und Verlust bedeuten können.
  • Das GPS-System funktioniert, indem es die Reisezeit von Signalen von Satelliten zu Empfängern mit Nanosekunden-Präzision misst. Ein Fehler von nur einer Nanosekunde würde einen Positionsfehler von etwa 30 Zentimetern bedeuten.
  • DRAM-Speicher, der Haupt-RAM in Ihrem Computer, steckt seit Jahrzehnten bei ungefähr 10 bis 100 Nanosekunden Latenz fest. Dies ist als 'Memory Wall' bekannt — Prozessoren sind exponentiell schneller geworden, aber die Speicherlatenz hat sich viel langsamer verbessert.